Sonntag
Frühdienst: als ich so um kurz nach 8.00h auf dem Bahnhof ankomme, befinden sich dort drei Jugendliche und hören tatsächlich Musik aus den 70ern.
Sie versuchen den Text mitzusingen, nun ja, leidlich und rocken über den Bahnsteig. Das ist mal was Nettes am frühen Morgen. Mal sehen, ob es noch mehr davon gibt....
Ansonsten ist unser Haus jetzt auch für alle Besucher geschlossen, nicht Jeder zeigt Verständnis, aber es nutzt ja nix. Abends gehe ich zur Kirche, der Gottesdienst findet - eigentlich wider Erwarten - statt. Die Verantwortlichen bitten uns, genügend Abstand zu halten, dann geht es doch. Es sind auch nicht viele Gläubige da. Ich telefoniere noch mit Mutti, sie äußert sich wohl und ich bin zufrieden. Wenn sie das Virus erwischt, dann ist es fatal bei ihren Vorerkrankungen. Außer Gottvertrauen und Distanz hilft ja nicht viel.
Montag
Frühdienst: wir machen das Beste aus der Situation, es entsteht eine nette Runde mit abwechselnd Bewegung, Rätseln, Erzählen und Singen. Später muss ich mich sputen, denn ich versuche jetzt alle Bewohner einmal kurz gesehen zu haben, was sonst nicht immer gelingt. Da mittlerweile alle sonstigen Aktivitäten brach liegen, kann ich dann daheim vor mich hin tüddeln. Mir macht das ja gar nix aus, ich habe wirklich immer was zu tun. Mutti ruft noch an und erzählt mir ein krasses Erlebnis mit einem Bekannten. Ne, man kann die wirklich nicht mehr alleine lassen. Ist aber alles gut gegangen.
Dienstag
Freier Tag: früh morgens habe ich einen Zahnarzttermin zur Individualprophylaxe. Danach geht es zum Hausarzt, eine weitere Blutentnahme, kurz zur Bank und dann wieder zurück im meine Gemächer, in Ruhe und Gelassenheit. Nachmittags fahre ich mit Mutti in den Nachbarort, und wir laufen ein wenig mit den Stöcken. Abends rufen Hörbuch und Strickzeug.
Mittwoch
Bürotag: morgens fährt der Zug nicht, ich nehme das Auto und bin schon sehr früh da. Der gesamte Tag steht unter dem Virus. Wir erledigen ein paar administrative Angelegenheiten, danach gibt es alle möglichen Belehrungen und später stellt die EL den aktuellen Pandemie-Plan für unsere Häuser vor. Wenn das alles wirklich eintritt....dann gute Nacht. Wir hoffen weiterhin das Beste. Ich kaufe noch vor Ort ein und verbringe den Rest des Tages mit den üblichen Aktivitäten.
Donnerstag
freier Tag: ich lunche bei Mutti, wie immer, ich kann sie nicht bis auf Weiteres alleine lassen. Sie geht auch raus, kauft ein und zum Arzt und Apotheke. Ich biete ihr zwar an, für sie das Gewünschte zu besorgen, aber sie möchte doch lieber selber gehen, sie kennt aber auch das Risiko. Keine Ahnung, was nun richtig ist. Ich verbringe den Rest des Tages mit Hausarbeit und an der Nähmaschine.
Freitag
Frühdienst: heute morgen gegen 8.30h fahren drei Kolleginnen alleine im Zug Richtung Arbeit. Es gibt eine Veränderung seit Mittwoch, die Bewohner müssen auf ihren Wohnetagen bleiben. Ich versammele einige Leutchen im Wohnzimmer und wir spielen - auf Wunsch - Stadt-Land-Fluss. Die Stimmung ist so gut, dass wir fast bis zum Mittagessen weiterraten. Danach bin ich noch in Sachen Dienstpläne bei der HWL, bis ich Feierabend machen kann. Mein Klopapier geht zur Neige, ich habe bisher noch nix gebunkert, aber, wie erwartet, es gibt in den drei möglichen Geschäften kein Blatt mehr. Eine Mitarbeiterin erzählt, dass seit dem Morgen eine komplette Palette verkauft wurde. Was wollen die Leute nur damit? Da werden bestimmt Mumienpartys der neueste Hit 😉.
Samstag
freies Wochenende: wir haben beschlossen, dass wir uns am Wochenende nicht zum Frühstück treffen, da eine weitere Person auch ein weiteres Risiko ist. Somit kann ich es mir hier gemütlich machen, habe ja immer einiges zu tun.
☘Passt auf Euch auf ☘
verlinkt bei Andrea

3 Kommentare:
Ach wie schön, du bist ja gut durch die Woche gekommen.
Liebe Grüße
Annette
Ihr dürft noch Gruppenangebote machen? Echt interesant. Das ist seit einer Woche in unseren Einrichtungen untersagt. Genau so wie Spaziergänge in kleinen Gruppen. Bei uns darf nur maximal ein Betreuer mit einem Bewohner raus und dann auch nur auf den Hof. Der Veranstaltungsplan wurde komplett gestrichen. Und nein, wir haben noch keine Pandemie im Haus.
Meine Mutter zeigt sich auch unbeeindruckt von der Situation. Ist es das Alter? Aber es ist ja beruhigend, wenn die Eltern zufrieden sind. Bleib gesund! LG von Regula
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