Samstag, 9. Mai 2020

Wochenrückblick 19/2020


Sonntag
Urlaub Tag 18/letzter Tag: morgens um halb zehn in Deutschland treffen wir bei Mutti zum traditionellen Frühstück/Lunch ein. Es ist - wie immer - sehr nahrhaft und sehr gemütlich. Nachmittags fange ich an, mich wieder auf das wirkliche Leben vorzubereiten, sprich, Klamotten zurechthängen, meal prep überlegen und meine Arbeitstasche kontrollieren. Abends beginnt ein neues Hörbuch, das ist so spannend, dass ich erst nach Mitternacht zu Bett gehe. Gut, kann mal, morgen habe ich Spätdienst.

Montag
Spätdienst: jetzt haben wir auch die Maskenpflicht im Haus, aber nur bei direktem Kontakt mit den Bewohnern, und wenn sich mehr als zwei Personen in einem Raum aufhalten.  Ich erhalte zwei Masken von Arbeitgeber, darf mir die Muster und Farben sogar aussuchen, immerhin. Gut, ich bin ja nicht so oft da, die Kollegen benötigen natürlich mehr, aber ich darf auch meine eigenen Masken benutzen. Nachdem ich mich über den aktuellen Stand der Dinge informiert habe, geht es gleich wieder los mit Desinfektion und den alltäglichen Aufgaben. Es bleibt noch anzumerken, wir haben (noch) kein Virus im Haus, und es sind noch alle Bewohner da. Manchmal bin ich schon etwas angefressen, dass wir hier inmitten einer ziemlichen Einöde leben, der Berliner würde sagen JWD. (die höfliche Variante). Jetzt allerdings bin ich wirklich froh, dass wir hier mehr oder weniger im Niemandsland sind. Der Ort, in dem ich arbeitete, meldet schon die ganze Zeit "0" Infektionen. Wir wollen das mal so glauben. Als ich heim komme, liegt die Heizkostenabrechnung im Postkasten. Das erzeugt ja immer ein wenig Herzklopfen, aber ich bin beruhigt, es gibt sogar eine kleine Rückzahlung. Abends höre ich weiter das spannende Buch und stricke noch ein wenig an meinen Socken.

Dienstag
freier Tag: ich stehe früh auf, denn ich habe am Vormittag einen Termin beim Augenarzt, Glaukomprophylaxe, da muss ich alle sechs Monate hin. Anschließend schaue ich noch im LYS vorbei, das ist der einzige gut sortierte Laden im Umkreis. Auf dem Rückweg suche ich den Discounter meines Vertrauens auf und entsorge danach  einiges an Müll in diversen Containern. Und ich erwische noch soeben den Elektroschrottsammler, schaue kurz bei der Fußpflege vorbei für einen neuen Termin und lasse es am Nachmittag ruhig angehen.

Mittwoch
Bürotag: da ist man zweimal nicht da, und schon gibt es interessante Herausforderungen. Die Kollegen informieren mich umfassend. Ein letzter, kurzer Blick auf die Dienstpläne, dann können sie unterschrieben werden, Mittags gibt es ein Meeting, wo wir schonmal überlegen, wie wir die doch recht kurzfristig anberaumte Besucheröffnung zum Muttertag sozialverträglich umsetzen werden. 


Donnerstag
freier Tag: vormittags hole ich die nötigste Hausarbeit vom Dienstag nach, dann gibt es Lunch bei Mutti, Schlemmerfilet. Ich finde eine nette Liste neben meinem Teller, die ich dann als Nachschlag gerne abarbeite. Jetzt fängt ja auch die Gartenzeit wieder an... Später kaufe ich noch was ein und verbringe dann den Rest des Tages mit meinem Rechner, schaue noch "Die Anstalt" vom Dienstag, hatte ich total verpennt, und höre beim Stricken mein Buch weiter.

Freitag
Spätdienst: die Vorbereitungen für Sonntag laufen auf vollen Touren. Ein weiteres Meeting setzt uns über den aktuellen Stand in Kenntnis, und wie der genaue Ablauf sein wird. Ich habe zwar Dienst, aber ich werde nicht alleine sein, hatte ich aber schon befürchtet. Später backe ich dann für die Hälfte der Bewohner Waffeln, die Kollegin backt auf der anderen Etage. Dann ist der Nachmittag rum. Abends bin ich ziemlich groggy, gehe früh schlafen, denn morgen früh geht es weiter, kurzer Wechsel. 

Samstag
Frühdienst: ich versuche ein Wochenendprogramm an einem Vormittag abzuarbeiten. Es gelingt mit fast,  es ist nur noch ein kleiner Rest übrig, den werde ich wohl zwischendurch noch erledigen können, denn morgen früh ab 9.00h kommen die ersten Besucher. Wir werden sehen, ob das alles so klappt, wie wir hoffen. Ich kaufe noch kurz ein, ja, es sind wirklich wieder viel mehr Menschen unterwegs. Also, ich fand das ganz angenehm, diese Entschleunigung, die Züge waren fast leer, und vor allem pünktlich. Heute auf der Rückfahrt allerdings feierten sie schon wieder, ohne Maske und mit Bierflasche. Schade, dass keine Zugbegleitung dabei war 😠

verlinkt bei Andrea


2 Kommentare:

Anni hat gesagt…

Da war ja einiges los bei dir, liebe Ulrike. Wir wohnen am Stadtrand der Landeshauptstadt und in unserem Stadtteil ist meistens nicht ganz so viel Betrieb. Vom Trubel in der Stadtmitte bekomme ich gar nichts mehr mit, da sich mein Radius seit Wochen zwischen Küche und Computer befindet, da ich im Homeoffice arbeite. Ist auch irgendwie komisch, außer der Familie und ab und zu mal den Nachbarn sehe ich so gut wie niemanden. Ich befürchte schon, ganz menschenscheu aus der #corontäne zu kommen. Spaaaß.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und sende dir viele Grüße
Anni

Babajeza hat gesagt…

Entschleunigung ist ja gut, aber es gibt Menschen, die haben Hunger. In Genf zum Beispiel ist die Schlange von Menschen, die gratis Essen abholen ewiglang. Es trifft die einen sehr hart, das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir uns aufs Positive dieser Krise konzentrieren. Liebe Grüsse zu dir. Regula