Sonntag
freies Wochenende: ich bin den ganzen Tag daheim und widme mich meinen Befindlichkeiten. Langeweile kenne ich gar nicht, ich habe immer was zu tun.
Montag
Spätdienst: es herrscht irgendwie eine bedrückte Stimmung, keiner hat so richtig eine Meinung, da fällt es schwer, die Bewohner zu motivieren. Abends bin ich ziemlich groggy, stricke noch ein wenig und bin dann früh zu Bett.
Dienstag
freier Tag: der Haushalt ruft und auch die Nähmaschine möchte betätigt werden.
Mittwoch
Bürotag: früh morgens hole ich die Kollegin im Nachbarort ab, wir fahren mit dem Wagen, da wir eher da sein müssen, und so früh noch kein Zug fährt. Es ist ein Höllenritt, zwar nicht glatt, aber es herrscht dichter Nebel. Bin fix und alle, als wir heil ankommen. Gut dass ich da nicht mehr regelmäßig durch muss. Heute werden bei uns im Haus die Bewohner und die Mitarbeiter im ersten Durchgang gegen Covid geimpft. Wir erhalten eine Liste und müssen genau diese Reihenfolge einhalten im Vorstellen der Bewohner. Das Team funktioniert perfekt, wir sind schneller durch, als angenommen. Anschließend sind die Mitarbeiter dran. Nachdem ich meine Spritze erhalten habe, gehe ich (endlich) ins Büro, denn es erwartet mich ein ganzer Stapel Tagesgeschäft. Später kommen der Lieblingskollege und der Vorsitzende dazu. Wir planen noch ein Vorhaben für das nächste Jahr an, ganz grobes Brainstorming. Da ich den Wagen dabei habe, kaufe ich vor Ort ein, wir haben ja keinen der üblichen Discounter.
Später erhalte ich einen Anruf von einem meiner Cousins, dass ein anderer Cousin ganz schnell an einem Pankreas-Ca gestorben ist. Es nimmt mich sehr mit, zumal erst im September der Sohn seiner Schwester tödlich verunglückte. Nachdem ich Mutti informiert habe, sie ist auch ziemlich geschockt, versuche ich mich abzulenken und stricke noch ein wenig.
![]() |
| Christof 1962-2020 |
Donnerstag/Silvester
freier Tag: vormittags eise ich meine Truhe ab, ich habe sie soweit leer, dass ich dann neues meal prep einfrieren kann. Mittags gibt es zum Lunch leckeren Heringstipp, der geht immer. Anschließend "nötigt" Mutti mich, noch da zu bleiben und mit ihr Skispringen zu schauen, sie ist ein großer Fan. Ich muss dringend noch zum Supermarkt, mehrere Versuche, aufzubrechen schlagen fehl, und als ich dann endlich los komme, hat der Laden zu.....ich liebe meine Ma!!
Freitag
Spätdienst: zunächst werde ich getestet, diesmal vom Vorsitzenden, und muss auf das Ergebnis warten. Er meldet, dass ich nicht schwanger bin, schade 😉. Ich beginne schonmal mit der Wochenendroutine, aber es geht nur schleppend voran, es ist im Moment wirklich verhext. Alle sind irgendwie unmotiviert und müde. Die dunkle Jahreszeit und auch die ganze Situation geht langsam aufs Gemüt. Abends schreibe ich noch einen Jahresrückblick und ein paar Neujahrsgrüße, gehe duschen und bin früh zu Bett, morgen früh muss ich wieder los.
Samstag
Frühdienst/kurzer Wechsel. die Routine geht weiter, nebenbei kann ich hier und da noch eine Handreichung machen, gönne mir auch eine etwas längere (Masken)Pause und bin dann so in ein Gespräch mit einer Bewohnerin vertieft, dass ich fast den Feierabend/Zug verpasst hätte. Heute hat der Supermarkt auf, ich kaufe ein, esse daheim mein meal prep, schreibe diesen Post fertig und werde dann nur noch auf die Couch gehen, Kräfte sammeln für morgen.


1 Kommentar:
Oh je, das sind bedrückende Erlebnisse, sowohl im Beruf als auch privat. Ich wünsche dir alles Gute sowieso und speziell fürs Neue Jahr!
Liebe Grüsse von
Regula
Kommentar veröffentlichen